Die weiterführenden Behandlungen wie Chemo-, Antihormon und Antikörpertherapie sowie Bestrahlung werden im Rahmen der wöchentlich stattifndenden Tumorkonferenz mit allen beteiligten Fachexperten erörtert und geplant.

A. Chemotherapie
Tumorzellen teilen sich schnell – schneller als die meisten anderen Zellen im Körper. Genau hier setzen Chemotherapeutika an:
Diese Medikamente zerstören Zellen, die sich rasch teilen. Mit der Chemotherapie sollen vorhandene Metastasen beseitigt werden oder ihrer Bildung vorgebeugt werden. Leider sind Nebenwirkungen meist unvermeidlich. Bei der Chemotherapie werden nicht nur Tumorzellen, sondern auch gesunde, sich schnell teilende Zellen wie etwa die Haarwurzelzellen und die Zellen des Magen-Darm-Trakts geschädigt. Deshalb sind Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen mögliche Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Auch die weißen und roten Blutkörperchen sowie die Blutplättchen sind betroffen, so dass der Körper gegenüber Infektionen anfälliger wird und das Blutungsrisiko sowie das Risiko der Entstehung einer Blutarmut (Anämie) zunehmen. Der Haarausfall kann zwar nicht verhindert werden, mit einer Perücke, die Ihnen Ihr Arzt verschreibt, kann die Zeit aber überbrückt werden. Nach der Chemotherapie wachsen die Haare wieder vollständig nach. Die Übelkeit wird mit Medikamenten eingedämmt, andere Arzneimittel regen das Wachstum der weißen Blutkörperchen an und erhöhen die Zahl der roten Blutkörperchen bzw. korrigieren die Blutarmut. Die Chemotherapie erfolgt nach einem klar deifnierten Plan, der die Dosierungen und die zeitlichen Abstände der Medikamentengabe vorgibt. In den Behandlungspausen von zwei bis drei Wochen Dauer – je nach Behandlungsschema – können sich gesundes Gewebe und Organe von der Chemotherapeutikagabe erholen.

Ansprechpartner

Gemeinschaftspraxis für internistische Onkologie und Hämatologie
Dr. med. Georg Innig
Dr. med. Björna Berning
Dr. med. Almut Berkemeier
Nicole Domine-Rensen
Telefon: 05971 914142

Abteilung für Hämatologie
und Onkologie im Mathias-Spital
PD Dr. med. Guido Bisping
Dr. med. Sebastian Bröckling
Dr. med. Stefan Zicholl

Hämatologie und Onkologie
Im Maria-Josef-Hospital Greven
Dr. med. Dirk Nischik
Telefon: 02771 502 – 0

Palliativmedizin
im Maria-Josef-Hospital Greven
Dr. med. Dirk Nischik
Telefon: 02771 502 – 0

B. Antihormontherapie
Etwa zwei Drittel aller Brustkrebserkrankungen wachsen unter dem Einlfuss von Hormonen (Östrogenen und/oder Progesteron), wobei das weibliche Sexualhormon Östrogen bei diesem Prozess die größte Rolle spielt. Die Krebszellen dieser Tumoren besitzen Bindungsstellen für Hormone (Hormonrezeptoren), an die sich die Hormone nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip binden und damit das Wachstum der Krebszellen bewirken. Ein Brustkrebs, der durch Hormone zum Wachsen angeregt wird, wird „hormonsensitiv“ oder „hormonrezeptorpositiv“ genannt. Diese Tumoren können sehr gezielt mit Antihormonen behandelt werden. Da ein hormonabhängiger Brustkrebs Östrogene zum Wachstum benötigt, kann das Tumorwachstum durch eine antihormonelle Therapie gestoppt oder zumindest stark eingeschränkt und die weitere Verbreitung von Krebszellen im Körper verhindert werden. Falls zunächst eine Chemotherapie notwendig war, wird die antihormonelle Therapie im Anschluss durchgeführt. Die Wahl der geeigneten antihormonellen Therapie ist abhängig von Ihrem Alter. Die antihormonelle Therapie ist im Vergleich zur Chemotherapie deutlich besser verträglich.

C. Antikörpertherapie
Manche Tumorzellen besitzen bestimmte Wachstumsrezeptoren (HER2-Rezeptor). Diese sitzen auf der Zelloberlfäche und fördern das Wachstum der Krebszellen. Durch spezielle Antikörper werden diese Rezeptoren blockiert und das Wachstum der Krebszellen gehemmt. Dieses Prinzip wirkt wie das körpereigene Immunsystem und hat dementsprechend erheblich weniger Nebenwirkungen als die Chemotherapie.

D. Bestrahlung
Neben der medikamentösen und der operativen Therapie hat die Bestrahlung einen bedeutenden Stellenwert bei der Behandlung von Brustkrebs. Mit energiereichen Strahlen lassen sich bösartige Zellen zerstören oder zumindest in ihrem Wachstum hemmen. Da Krebszellen ein weniger gut arbeitendes Reparatursystem besitzen als gesunde Zellen, können sie Schäden, die durch die Strahlen hervorgerufen werden, nicht mehr beheben – die Tumorzellen sterben ab, gesundes Gewebe wird geschont. Die Strahlen-, auch Radiotherapie genannt, ist zusätzlich zur operativen Entfernung des Tumors und zur medikamentösen Therapie die am häufigsten angewandte Behandlung bei Brustkrebs. Sie ist in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt und verbessert worden. Dadurch ist sie meist gut verträglich.
Die Bestrahlung wird empfohlen bei:
■ brusterhaltenden Operationen
■ Entfernung der Brust (Mastektomie) – in Einzelfällen
■ bei Krebsvorstufen (Ductalem Carcinoma in situ (DCIS)) – je nach Ausdehnung

Falls keine Chemotherapie durchgeführt wird, beginnt die Strahlentherapie nach Abschluss der Wundheilung, also ca. drei bis vier Wochen nach der Operation. Ansonsten beginnt sie direkt im Anschluss an die Chemotherapie. Sie dauert rund fünf bis sechs Wochen und wird in der Regel an vier bis fünf Tagen pro Woche, im Regelfall ambulant, durchgeführt. Während der Strahlentherapie kann es zu schmerzhaften Rötungen kommen, die jedoch durch geeignete Hautplfege gelindert werden können.


Ansprechpartner
Gemeinschaftspraxis für Strahlentherapie
und Radiologische Onkologie Rheine
am Mathias-Spital
Dr. med. Stefan Hesselmann
Anna Rudykina
Telefon: 05971 16098 – 0